Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele.
Maxim Gorki
Als in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912 die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York nach der Kollission mit einem Eisberg in den
kalten Fluten des Atlantik versank, war die Öffentlichkeit der westlichen Welt zutiefst schockiert.
Die Naturgewalten hatten ein Ereignis stattfinden lassen, das jenseits der Vorstellungskraft von führenden Ingenieuren und Technikern
der damaligen Zeit lag.
Die Hybris hatte ihre Nemesis gefunden; einer Gesellschaft die
zunehmend auf die Sicherheit des technisch Machbaren vertraute, waren ihre
Grenzen aufgezeigt worden.
Die hohe Zahl der Opfer, darunter klangvolle Namen aus der damaligen "High Society", der durch zahlreiche Presseberichte bekannt
gewordene Luxus sowie Tatsachen und
Legenden über den Untergang des Dampfers, ließen durch
literarische Werke, Bildmaterial und Spielfilme den "Mythos Titanic" reifen. Aus heutiger Perspektive steht das Ereignis als ein Synonym für den Beginn der Großen Katastrophen
des zwanzigsten Jahrhunderts.
Es gab seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zahlreiche Versuche das Wrack der Titanic zu finden.
Am 1. September 1985 wurde es schließlich von Jean-Louis Michel und Robert Ballard mit Hilfe eines unbemannten Gerätes namens
"Argo" entdeckt, daß vom Bord eines Schiffes aus über den Meeresboden geschleppt wurde.
Ballard gelang dann im August 1986 mit dem Forschungs-U-Boot "Alvin" die erste bemannte Erkundung des Wracks, der noch zahlreiche weitere folgen sollten.
Inzwischen haben auch zahlungskräftige Privatpersonen die Möglichkeit, Tauchfahrten zur letzten Liegestelle der Titanic zu unternehmen. Bis heute
wird um die Eigentumsrechte am Wrack und den bisher geborgenen und zukünftig zu bergenden Fundstücken vor internationalen Gerichten gestritten.
Wenn sich 2012 der Untergang der Titanic zum 100ten Mal jährt, dann wird das
Jubiläum auch Anlaß für viele Neuveröffentlichungen zum Thema sein.
Im Vorfeld ist bereits ein sehr interessantes Buch erschienen: "Titanic -
mit Physik in den Untergang" heißt das Buch des Autors Metin Tolan
der die Ereignisse des Untergangs aus rein naturwissenschaftlicher Sicht
rekonstruiert und dabei mit vielen Irrtümern und Legenden aufräumt.
Statt um Emotionen und große Gefühle geht es hier um physikalische Grundlagen und Phänomene.
Dabei muß
man kein wissenschaftlicher Insider sein, um Gefallen an dem Buch zu finden.
Tolan schreibt packend, faktenorientiert und dabei leicht verständlich, so das
auch der durchschnittlich gebildete Leser sein Wissen um hochinteressante
Details aus der Welt der Physik bereichern kann und dabei noch bestens
unterhalten wird.
Wenn in den Medien vom "Untergang der Titanic" die Rede ist, dann wirft dies auch
bei Kindern Fragen auf. Eltern sind oft hilflos wenn es darum geht, ihrem
Nachwuchs derart schreckliche Ereignisse in einer kindgerechten Form zu
erklären.
Hier ausweichend oder vertröstend zu reagieren ist sicher die falsche Art sich
dem Problem zu stellen. Eine bessere Alternative bietet das Buch von Philip
Wilkinson: "Titanic: Untergang eines Traums".
Es ist jetzt auf Deutsch in der
Übersetzung von Ulrike Hauswaldt erschienen und wendet sich an Leser ab dem
Alter von 8 Jahren. Neben den liebevoll und sachkundig aufbereiteten Texten
bietet es eine gelungene und detailreiche buchgestalterische Ausstattung mit
überwältigenden Panoramabildern, historischen Fotos, Querschnitten und einer
großen Darstellung der Titanic zum Ausklappen!
Kinder werden für viele Stunden auf unterhaltsame und lehrreiche Art beschäftigt
und selbst Erwachsene dürften ihre Freude an dem Buch haben.
Wer James Camerons monumentalen Film "Titanic" gesehen hat und schon immer mal die dieser Verfilmung zugrunde liegende
Literaturvorlage lesen wollte, der darf sich über die Neuauflage des bereits 1955 erschienenen Bestsellers freuen.
Das Buch mit dem Titel "Die letzte Nacht der Titanic" (A Night to Remember) des Autors Walter Lord
gilt als die Bibel der Titanic - Fans. Darin werden die drei Stunden zwischen Kollission und Versinken des Luxusdampfers
detailreich anhand von Augenzeugenberichten geschildert.
Mehr als sechzig Überlebende der Schiffskatastrophe wurden vom Autor für das Buch nach ihren Erlebnissen befragt.
Schon 1958 war Walter Lords Buch vom britischen Regisseur Roy Ward Baker verfilmt worden.
Der in England und Schottland gedrehte Schwarz-Weiß-Film war ein Vorbild für James Camerons spätere Verfilmung des Schiffsunterganges.
Das Werk erhielt 1959 einen Golden Globe als bestes Filmdrama und sorgte damals für volle Kinokassen.
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